Einträge aus dem Tagebuch des Hüters von Fels und Flamme Grumbar Erdbrecher, das die Gruppe tief unter Rubinkern an seinem Gürtel fand. Erhalten in AB 18: Basaltwut.
Grumbars Tagebuch
(Relevante Einträge des Akribisch geführten Tagebuchs)
Eintrag 17: Korobrom, Geheime Archive – Weinmond 969
Monate der intensiven Recherche in den Archiven von Korobrom haben endlich Früchte getragen. Die alten Manuskripte deuten unmissverständlich auf einen von uns Zwergen gegründeten, doch längst verlorenen Furbromtempel innerhalb der Kolonie Tiefenglimmer unter Turubar hin, einer Region im Königreich Farukhan. Doch die Spuren dieses speziellen Tempels und seiner Tafel verloren sich.
Durch das Studium verschiedener Quellen konnte ich das Schicksal unserer Kolonie rekonstruieren: Unsere Vorfahren wurden von den tiefen Edelsteinadern Turubars angezogen und gründeten dort die blühende Siedlung Tiefenglimmer mit diesem Tempel. Jedoch lebte in der weiteren Region der Stamm der Turubari, damals noch recht primitiv und nomadisch. Der Erfolg und der sichtbare Reichtum unserer Kolonie müssen ihre Gier geweckt haben.
Warum Tiefenglimmer am Ende unterging, ist mir immer noch schleierhaft. Ich gehe davon aus, dass die Turubari plünderten, was an der Oberfläche und in den leicht zugänglichen Stollen zu holen war. Ihrer Natur und ihrem technischen Unvermögen entsprechend drangen sie hoffentlich jedoch nie in die tieferen, von uns angelegten Bereiche vor, wo der Tempel lag.
Über Jahrhunderte – im Farukhanischen Bürgerkrieg – war eine Rückkehr für unser Volk unmöglich. Den Turubari gegenüber konnten wir die wahre Bedeutung des Tempels nie offenbaren. Doch die Hinweise verdichten sich, dass die Obsidiantafel die Aufgabe der Kolonie Tiefenglimmer und die nachfolgende Vernachlässigung durch die Turubari überdauert haben könnte – vergessen und unberührt in den Tiefen.
Es ist ein unschätzbares Stück unseres Erbes, das dort zurückgelassen werden musste, weil ein heiliger Ort unseres Volkes durch die Gier eines fremden Stammes verloren ging und dann ihrer Ignoranz anheimfiel. Die Rettung dieses Fragmentes einer Obsidiantafel. ist somit nicht nur eine heilige Pflicht, sondern auch eine Frage der Ehre – ein Stück zwergischer Geschichte zurückzufordern und eine alte Schmach zu tilgen.
Dies ist von höchster Bedeutung – nicht nur für meinen Weg zum Meister von Fels und Flamme, sondern auch meine heilige Pflicht, das Fragment zurück nach Lagakras zu bringen.
Eintrag 29: Vorabend der Abreise – Hausmond 969
Alle Vorbereitungen für die Expedition nach Farukhan sind getroffen. Die Route ist geplant, alle Karten und Werkzeuge eingepackt. Offiziell habe ich einen längeren „Urlaub“ angekündigt, sodass keine Bedenken bezüglich meiner alleinigen Durchführung aufkamen.
Die Dringlichkeit und die spezifischen Fähigkeiten, die diese Mission erfordert, lassen ohnehin keinen Raum für Zögerlichkeiten oder unnötige Komplikationen. Es geht um die Sicherung der Tafeln für unser Volk. Diese Verantwortung wiegt schwer, aber mein Training als Hüter von Fels und Flamme hat mich auf solche Herausforderungen vorbereitet.
Die Reise wird anspruchsvoll, doch meine Kenntnisse der Fels- und Feuermagie werden den Erfolg sicherstellen. Für die Zwerge. Für Korobrom.
Eintrag 88: Das Treffen mit der „Weisen“ – Schneemond 970
Das Gespräch mit Ajnur Shan-Gashar, der Farukhani „Weisen der Wege“, verlief überraschend reibungslos, trotz des unnachgiebigen Griffs des Schneemondes draußen.
Der von mir anvisierte, längst verlassene Minenstandort scheint so alt und vergessen zu sein, dass er für die heutige Farukhani-Verwaltung kaum mehr als eine historische Fußnote darstellt, ohne aktuelle politische Relevanz.
Ich präsentierte mein Anliegen als rein akademische Forschungsmission – als Untersuchung uralter zwergischer Siedlungsspuren in einem entlegenen Gebiet. Die Existenz der Obsidiantafel oder ihren unschätzbaren Wert erwähnte ich selbstverständlich nicht.
Ajnur sah in meinem Ersuchen offenbar keine Überschneidung mit bekannten Ansprüchen oder Interessen und willigte ein, die notwendigen Papiere für „archäologische Nachforschungen“ in dem bezeichneten Sektor Turubars auszustellen.
Ein wichtiger bürokratischer Schritt ist getan. Der Fokus kann nun wieder voll auf die Mission für unser Volk und die Bergung des Fragments gerichtet werden.
Eintrag 105: Erster Abstieg unter Rubinkern – Frostmond 970
Die alten Karten und Aufzeichnungen wiesen auf die weitere Region des Vorgebirges der Schattenwand als den wahrscheinlichen Hort von Tiefenglimmer hin. Doch die genaue Lage der Kolonie war ein Rätsel – Jahrhunderte des Bergbaus durch die Farukhani und die natürliche Veränderung der Landschaft hatten ihre Spuren tief im Turubar-Gebirge verwischt.
Wochenlang durchkämmten Knatterschnabel und ich die zerklüfteten Gipfel und Täler. Mein treuer Gefährte erwies sich als unschätzbar: Aus der Höhe überflog er unermüdlich das Land, verglich Bergreliefs, Flussläufe und Felsformationen mit den vagen Beschreibungen aus unseren alten Schriften.
Es war ein mühsames Unterfangen, die Puzzleteile zusammenzufügen, da vieles heute anders aussah. Doch schließlich führten uns Knatterschnabels scharfe Augen und meine magischen Untersuchungen zu einer Reihe von geologischen Anomalien und subtilen energetischen Signaturen. Diese deuteten darauf hin, dass die verlorene Kolonie Tiefenglimmer nicht neben, sondern tief unter den bereits existierenden Minen von Rubinkern liegen musste – in unberührten Tiefen, die von den späteren Bergbauaktivitäten hoffentlich nie erreicht wurden.
Unter Rubinkern selbst ist ein Labyrinth aus hunderten von Minenschächten, viele davon seit Generationen verlassen, aber das Gebiet ist noch immer reich an Edelsteinen. Ich wählte einen der ältesten, scheinbar vergessenen Stollen als meinen Abstiegspunkt.
Von hier aus begann ich, mich mit meiner Felsmagie systematisch tiefer zu arbeiten – durch Schichten, die seit langer Zeit kein Zwerg mehr gesehen hatte – auf der Suche nach dem Durchbruch zu Tiefenglimmer.
Die Energie hier unten ist intensiv, die Luft schwer, je tiefer ich komme. Die ersten Anzeichen uralter zwergischer Baukunst bestätigen meine Vermutung – der Tempel ist nahe, das heilige Fragment der Obsidiantafel zum Greifen nah!
Doch das Gestein selbst… es singt! Es singt von anderen Wundern, von Rubinen, so groß und rein, wie sie seit Urzeiten nicht mehr gesehen wurden! Ein solcher Schatz, zusätzlich zur Tafel – welch ein Triumph für Korobrom!
Der Berg selbst scheint mich zu locken – tiefer, immer tiefer – zu diesen feurigen Herzen. Dieser Drang, diese Ahnung von unermesslichem Reichtum für unser Volk… es ist fast überwältigend!
Jede Entdeckung hier, jede Ader, jeder Stein dient dem Ruhm und dem Erbe unseres Volkes. Ich muss weiter – für sie, für alles, was der Berg uns offenbaren will!
Eintrag 119: Gefunden! – Wassermond 970
RUBINE! ÜBERALL RUBINE!
Sie GLÜHEN! Sie LEBEN! MEIN!
Die alten Sagen… nichts als Schatten ihrer wahren Pracht! Jeder Stein ein pulsierendes Herz des Berges – und sie rufen nach MIR!
DIESER REICHTUM! MEIN REICHTUM!
Das ist kein Zufall – das ist mein Schicksal! Der Berg hat MICH auserwählt, mich zu diesem unermesslichen Schatz geführt!
Die Kraft, die von diesen Juwelen ausgeht… sie durchströmt mich, macht mich EINS mit dem Fels, dem Feuer, dem unstillbaren Hunger des Berges selbst! MEIN Hunger!
Es ist… VOLLENDUNG!
Absolute Hingabe an diese Schönheit, diesen Glanz!
Diese unermesslichen Schätze gehören MIR!
ICH, Grumbar, werde sie ALLE bergen!
JEDEN EINZELNEN FUNKELNDEN STEIN!
Für MICH! NIEMAND und NICHTS wird mich davon abhalten, diesen strahlenden Hort zu MEINEM zu machen!
ALLES DAVON! MEIN! MEIN! MEIN!