Die Rede, mit der die Gruppe auf dem Konklave in Taupio vor der Vereinigung der vier befreiten Elementare warnte. Erhalten in AB 23: Das Konklave von Taupio.
Rede vor dem Hohen Rat
Ehrwürdiger Rat,
wir treten heute nicht vor Euch als Sieger, sondern als Überbringer einer Wahrheit, die schwerer wiegt als jedes Schwert.
Während unserer Reisen durch die Reiche wurden wir immer wieder Zeugen desselben unheilvollen Musters. Uralte Siegel versagten. Vergessene Mächte regten sich. Verborgene Kulte wirkten im Schatten. Was zunächst wie voneinander unabhängige Katastrophen erschien, offenbarte sich schließlich als Teil eines einzigen, finsteren Schicksals.
Die Worte einer uralten Prophezeiung, deren letzter Teil erst kürzlich durch Naarua entschlüsselt wurde, beschreiben exakt jene Entwicklung, die wir nun erleben.
Vor Anbeginn der Zeit, da ward es still,
Vier Elementare herrschten mit finstrem Will’.
Das Feuer lodernd, zornig, wild entfacht,
Wasser, wandelbar, im Dunkeln wacht.
Die Erde bebte, unerschütterlich und schwer,
Der Wind, der Sturm, kam ungebändigt her.Zusammen wüteten sie, mit Macht und Gewalt,
Kein Wesen, das vor ihnen je verhallt.
Der Himmel brach, die Meere schrie’n,
Die Länder bebten, die Wälder verzieh’n.
Doch Götter lenkten, mit List und Macht,
Und trennten, was zuvor Unheil gebracht.Das Feuer, gefangen in glühender Glut,
Im tiefsten Berg ward es kalt und ruht.
Das Wasser, gebannt in ew’ger Nacht,
In einem Spiegel es starr verharrt.
Die Erde verschlossen in Fels und Stein,
Der Wind im Sturm, verbannt ins Nichts hinein.Doch wehe, wenn die Fesseln je zerbrechen,
Und ihre Wut erneut sich wird erheben.
Nur getrennt kann man sie niederringen,
Vereint jedoch nichts wird je gelingen.
Dann bleibt nur ein Ritual, seltsam und alt,
Verborgene Worte, mit tiefstem Halt.Nur wenn Gefährten mutig steh’n,
wird Unheil von den Toren geh’n.
Zusammenhalt, das höchste Gut,
gibt Hoffnung, Stärke, Glauben, Mut.
Doch wehe, wenn Verrat erwacht,
dann bricht das Schild in dunkler Nacht.Durchschreitet jenen Bau so leer,
ohne Tür und ohne Wehr.
Entdeckt die Pforte, kaum erkannt,
und fasst ein Bündnis, uralt, stand.
Im Innern ruht die letzte Kraft,
die ewig Bann und Frieden schafft.In der Stille ruht die letzte Hoffnung nur,
Dass sie nie wieder frei aus der finst’ren Spur.
Doch wenn sie kommen, so hört man es schon,
Die Götter selbst zittern vor ihrer Union.
Haltet sie fern, in Dunkel und Nacht,
Denn entfesselt zerstören sie jede Macht.
Lange hielten wir diese Verse für Warnungen aus einer fernen Vergangenheit. Heute wissen wir: Sie waren keine Legende, sondern ein Bericht über unsere Gegenwart.
Auf unseren Wegen begegneten wir den Spuren des Wassers, dessen Gefängnis durch den Zusammenbruch uralter Bannungen schließlich zerfiel. Wir wurden Zeugen der Verwüstungen, die darauf folgten.
Wir entdeckten Hinweise darauf, dass auch die Fesseln des Feuers bereits in früherer Zeit gebrochen worden waren und dass dessen Einfluss seit Jahren verborgen durch die Welt kriecht.
In den Ländern des Südens stießen wir auf die Folgen alter Pakte und Blutopfer, aus denen sich die Rückkehr der Luft erhob.
Unter der Burg der Familie Orbur fanden wir schließlich die schreckliche Wahrheit über das Gefängnis der Erde. Jahrhundertealte Opferungen hatten dort einen zerbrechlichen Frieden erkauft. Als verborgene Mächte eingriffen und die alten Bindungen zerfielen, brach das Siegel endgültig.
So mussten wir mit ansehen, wie eine Warnung, die älter ist als jedes Reich dieser Welt, Wirklichkeit wurde.
Feuer, Wasser, Luft und Erde sind frei.
Noch beunruhigender ist die Erkenntnis, dass diese Ereignisse offenbar nicht zufällig geschahen. Mehrfach stießen wir auf die Spuren von Geheimbünden, allen voran des Auges der Macht. Ihre Agenten finden sich stets dort, wo ein Siegel geschwächt, ein Pakt erfüllt oder eine Katastrophe entfacht wurde. Alles deutet darauf hin, dass sie die Befreiung der Elementare nicht fürchten, sondern bewusst herbeiführen.
Die Prophezeiung warnt nicht vor den einzelnen Elementaren.
Sie warnt vor ihrer Vereinigung.
Jeder von uns hat die Verwüstungen gesehen, die bereits ein einzelnes dieser Wesen hinterlassen kann. Sollten die Vier ihre Kräfte vereinen, könnte sich jene Zeit erfüllen, von der selbst die Götter mit Furcht sprechen.
Daher ersuchen wir den Rat um sofortiges Handeln. Die Frage lautet nicht mehr, ob die Prophezeiung begonnen hat.
Die Frage lautet nur noch, wie viel Zeit uns bleibt, bevor sich ihre letzten Verse erfüllen.