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Lorakis-Chronik
Szene aus „Die Träne der Meere“
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Abenteuer 07

Die Träne der Meere

Auf der Schiffsreise zurück nach Nuum geriet die „Morgenbrise“ in einen Sturm und ankerte im Nebel bei den Nebelinseln der Kristallsee. Auf einer kleinen Zollinsel erlebten Thorgrim, Thanos und Ionis in wechselnden Zeitschleifen einen Tag vor 300 Jahren, an dem ein farukanischer Magierzirkel mit dem Artefakt „Träne der Meere“ ein Wasserelementar als Waffe gegen Ioria einsetzen wollte. Die Gruppe sammelte die Teile der Träne aus allen Schleifen, Thorgrim zerstörte das vereinte Artefakt, und das befreite Elementar ließ die Gruppe frei; ein Rest der Träne blieb bei Thanos.

Schlüsselmomente

  1. 1

    Sturm und Nebel

    Nebelinseln

    Nach einem langen Sturm ankerte die „Morgenbrise“ im dichten Nebel, als in der Nähe ein Turm auftauchte.

  2. 2

    Zoll vor 300 Jahren

    Zollturm der Nebelinseln

    Auf der Zollinsel trafen Thorgrim, Thanos und Ionis auf farukanische Zöllner, die im elften Jahr eines seit 300 Jahren vergangenen Herrschers lebten.

  3. 3

    Gefangen in der Schleife

    Zollturm der Nebelinseln

    Immer wieder stand die Gruppe plötzlich am Strand, gefangen in einem von vier sich wiederholenden Abläufen desselben Tages.

  4. 4

    Das Ritual des Blütenzirkels

    Zollturm der Nebelinseln

    Die Gruppe sah zu, wie das Ritual mit der Träne der Meere misslang und ein zorniges Elementarwesen erschien.

  5. 5

    Die Flutwelle

    Zollturm der Nebelinseln

    Eine vierzig Meter hohe Welle raste auf die Insel zu und begrub den Turm.

  6. 6

    Die Befreiung des Elementars

    Zollturm der Nebelinseln

    Aus allen Schleifen trug die Gruppe die Teile der Träne zusammen; Thorgrim zerstörte das Artefakt, und das befreite Elementar ließ die Gefährten frei.

Sturm und Nebel

Oskar bot der Gruppe eine Schiffsreise an, die die Rückreise nach Nuum deutlich verkürzen würde: Die „Morgenbrise“ unter Kapitänin Mirgin Verdan lief in zwei Tagen aus. Nach einer kurzen Einkaufstour ging die Gruppe an Bord. Thorgrim und Gerin unterhielten sich über Kashrok.

Die Reise begann entspannt, doch in der Nacht wurde das Wetter rau, und alle mussten an Deck. Der Sturm hielt lange an; die Gruppe half erstaunlich kompetent, allen voran Thorgrim, der sogar einen Matrosen rettete. Als er abflaute, waren alle erschöpft und hatten das Zeitgefühl verloren. Nebel zog auf, und das Schiff ankerte, auch weil es repariert werden musste und man Felsen in der Nähe fürchtete.

Plötzlich wurde ein Turm gesichtet, und die Kapitänin bat um Freiwillige, die sich an Land umsehen sollten. Laut Ionis konnte es sich um die Nebelinseln der Kristallsee südlich von Ioria handeln – dann wäre das Schiff sehr weit vom Kurs abgekommen. Die Gegend gilt als zwielichtig und wird gern von Schmugglern genutzt. Gerin war schwer seekrank und blieb an Bord, die übrigen setzten mit einem kleinen Boot über.

Die Zollinsel

Die Insel maß etwa hundert mal hundert Meter. Am Turm brannte Licht, es gab ein weiteres Boot und eine Art Gemüsegarten. Zwei Gestalten kamen auf die Gruppe zu; sie trugen Wappen aus Farukan, die seit hundert Jahren niemand mehr trägt. Zur Verwunderung der Gefährten ging es um eine Zollabfertigung.

In einer prunkvollen Halle hing das Bild des farukanischen Herrschers Padita Xartura, der seit dreihundert Jahren nicht mehr an der Macht ist. Vor der Gruppe stritten sich Leute wegen einer Durchfahrt; angeblich befand man sich nahe Farukan. Man verlangte die Frachtliste, eine Karte sollte 50 Lunare kosten, und der Weg nach Ioria war gesperrt. Man schreibe das elfte Jahr des Herrschers, hieß es – doch das lag dreihundert Jahre zurück. Thanos und Ionis hielten es für möglich, dass die Gruppe in eine andere Domäne geraten war.

Die Gefährten ruderten zurück, um zu überlegen. Plötzlich wurde ihnen übel, und sie waren wieder auf der Insel. Zwei andere „Wachen“ kamen, eine davon irgendwie geschminkt, und erzählten dasselbe; danach trafen sie die Wachen vom ersten Besuch, die sich nicht an sie erinnerten. Befehlshaber war Kommandant Duzahd.

Beim Kommandanten

Die „Pfeil der Meere“, das Schiff der streitenden Leute, war nicht mehr da. Eine Zeitschleife von 24 Stunden? Mit der erfundenen Geschichte von einem anderen Schiff in Seenot ließ sich die Gruppe vom Oberzöllner Schiron zum Kommandanten bringen. Duzahd war interessiert, hatte aber noch etwas anderes im Kopf und blieb misstrauisch. Er schloss den Raum ab, rief nach Maras und Pan und verlangte schließlich, dass Ionis bei ihm blieb. Thorgrim gab Ionis das Amulett für magische Botschaften, dann ruderten er und Thanos mit zwei Wachen ins Nichts.

Die zerstörte Insel

Am Strand war Ionis plötzlich wieder bei ihnen, die Wachen waren weg. Er war aus dem Turm entkommen und hinausgeschwommen, bis die Schleife neu einsetzte; der Kommandant hatte jemanden weggebracht, nur wen, war unklar.

Die Insel aber war verwüstet und sehr nass. Kampfgeräusche verstummten nach einer Minute wieder. Im ehemaligen Garten lagen Leichen und Leichenteile, der Turm war zerstört. Laut Ionis war extrem viel Magie freigesetzt worden, einmal geordnet, einmal chaotisch. Die Toten, manche seit Stunden, manche erst kurz tot, waren eher farukanisch gekleidet; bei der Brücke lag einer der Wachsoldaten. Auch am Südkai herrschte Zerstörung.

Im Meer leuchtete etwas, darüber patrouillierte ein Rochen mit sehr seltsamem Verhalten. Thorgrim erkundete die Lage und erkannte nach einigen Schwierigkeiten, dass das Leuchten die Spitze des Turms war. Aus einer Luftblase winkte ihm ein Arm zu. Thorgrim scheiterte zunächst, rief dann Kashrok um Hilfe – und der half: Gemeinsam brachten sie ein Gebäude zum Einsturz, und Thorgrim befreite eine Frau aus den Trümmern unter Wasser.

Plötzlich fühlten sich alle wieder unwohl und standen erneut am Strand, wieder bei vollen Kräften. Die Insel war trocken, und es war früh am Tag.

Was Thorgrim über die Geisterwelt wusste

Thorgrim erklärte: Bei extremen Ereignissen können sich die Geschehnisse in der Geisterwelt immer wiederholen, ohne dass man den Ausgang verhindern kann, und die Geister der Toten bleiben womöglich daran gebunden. Wer in der Geisterwelt stirbt, kommt wohl ohne allzu große Folgen davon; wer aber außerhalb stirbt, kann sie unter Umständen nicht mehr verlassen. Mit starker Willensanstrengung lässt sie sich vielleicht im Kleinen beeinflussen. Hinein gelangt man durch Magie oder natürliche Übergänge wie Nebel, Rauch oder Spiegel.

Die Gruppe vermutete eine Schleife mit drei Einstiegspunkten, die man vielleicht bricht, indem man aus dem Bereich hinausrudert oder zu stark eingreift, wie bei der Rettung der Frau. Vor dreihundert Jahren hatte es wohl auch einen Krieg zwischen Farukan und Ioria gegeben, mit Farukan als Angreifer. Für bessere Verhandlungen legten sich die Gefährten eine Tarngeschichte zu: Ionis sei ein Magnat aus Eisenbrann, Thanos ein Magier aus Nuum, Thorgrim ein Priester, und man habe Kriegsmaterial an Farukan geliefert.

Lambra, Hanka und ein Befehl

Am Südkai lag diesmal die „Pfeil der Meere“ – die Gruppe war im ersten Durchlauf. Im Turm lief wieder der altbekannte Streit. Die Gefährten traten großspurig auf, und auf ihre Forderungen hin nahm die rothaarige Lambra ihre Beschwerde auf. Dann führte Duzahd sie in sein Arbeitszimmer auf halber Turmhöhe. Thanos stimmte ihn freundlicher, doch durchlassen wollte der Kommandant die Gruppe nicht, ohne recht zu sagen, warum; bei der Erwähnung Iorias zeigte er eine kleine Reaktion. Die Passage, erfuhr man, war für farukanisches Militär gesperrt.

Im Turm fand die Gruppe Liebesbriefe an einen Silet. Ein Stockwerk höher traf sie die misstrauische Hanka, die sich wohl um die Botenvögel kümmerte. Thanos brachte sie mit einem Zauber dazu, die Gruppe zur Turmspitze zu führen, wo er und Thorgrim sie mit magischen Darbietungen ablenkten. Lambra Feuerhaupt, erfuhr man nebenbei, ist Lichtmagierin und hütet das Turmlicht. In Hankas Büro lag eine Notiz:

Befehl: Sofortiger Start Blütenmeer-Aktion, Ergebnisse umgehend berichten.

Absender: General Farshid Marabeh – Empfänger: Qualisha die Geisterruferin

Die Gruppe vernichtete den Befehl, und Ionis verkleidete sich als Duzahd. Als Hanka zurückkam, stand die Gruppe wieder am Strand, Ionis noch immer verkleidet. Nun wollte sie die Geisterruferin treffen.

Die Gärtner-Schleife und die Welle

Zum ersten Mal arbeiteten Leute im Garten, und keine Wache war geschminkt. Die Gruppe gab sich als Beobachter des Generals aus und wartete auf den angeblich beschäftigten Kommandanten. Draußen hörte Thorgrim Hauptmann Schomnek, später einer der Toten vor dem Turm, noch „versenken“ sagen, dann verstummten die Soldaten. Auch der rätselhafte Satz „Sucht nach den Steinen“ fiel.

Nach zweieinhalb Stunden dämmerte es, und das Wetter wurde deutlich schlechter. Wackelte der Boden? Die Gruppe teilte sich auf. Thanos fand im Keller einen Verhörraum, drei Zellen, von denen eine vorher benutzt worden war, und einen magischen Stab mit Runen. Ionis rannte nach oben und kam bis in den fünften Stock. Thorgrim sah draußen eine vierzig Meter hohe Welle auf die Insel zurasen und versuchte noch, die Leute im Turm zu warnen. Dann kam das Wasser.

Das Ritual

Wieder am Strand, ohne Regen, mit nur einem Boot. Die Gruppe hielt die Welle für magisch entstanden; Ionis hatte kurz zuvor unkontrolliert freigesetzte Magie gespürt. Als Abgesandte General Marabehs verlangte sie Duzahd zu sprechen. Der berichtete, vier weitere Mitglieder des Blütenzirkel bereiteten seit Wochen etwas vor; von „Steinen“ wusste er nichts. Thanos überzeugte ihn mit außergewöhnlicher Redekunst, und die Gruppe durfte das Ritual beobachten, das noch am selben Tag stattfand.

Dann kam Qualisha herein – die Frau, die Thorgrim aus dem versunkenen Turm gerettet hatte. Sie war sehr aufgebracht; offenbar wurde der Gefangene für das Ritual benötigt. Kisgir, ebenfalls vom Blütenzirkel, holte die Gruppe ab: nicht eingreifen, keine magischen Gegenstände. Thanos und Ionis gaben alles ab, Thorgrim behielt nur seinen Glaubensanhänger. Im Ritualraum im sechsten Stock wurde die Gruppe auf Magie geprüft.

Anwesend waren Duzahd, Qualisha, Kisgir, zwei jüngere Magier und ein weiterer Mensch, vielleicht der Gefangene. Schwarze Kerzen standen verteilt, es gab eine Rauchschale, nahe dem Gefangenen eine Wasserschale – und die „Träne der Meere“, von der starke Wasser-, Todes- und Beherrschungsmagie ausging. Laut Ionis existierte sie in mehreren Domänen, war aber nur Teil eines größeren Objekts.

Das Ritual geriet in Schwierigkeiten: Der Gefangene wehrte sich mehr als erwartet, und die Wasserschale lief aus. Kisgir wollte abbrechen, doch Qualisha sagte:

„Es ist zu spät.“

Der Gefangene wurde getötet, und es erschien eine Art Elementarwesen, das allen drohte:

„Werde euch für die Nutzung dieses schändlichen Artefaktes alle bestrafen.“

Das Ritual, gedacht als Waffe im Krieg mit Ioria, war gescheitert. Qualisha wollte es mit einem weiteren Gefangenen wiederholen, Duzahd lehnte ab – und als er den Raum verließ, fiel die Gruppe aus der Schleife.

Vier Schleifen

Wieder am Strand, zwei Boote, Leute im Garten. Leider waren auch die abgegebenen Artefakte weg. Die Gruppe ordnete, was sie wusste:

Nr. Schleife Merkmale
1 Brise zwei Boote, das Händlerschiff am Südkai, Streit im Turm
2 Ritual ein Boot, das Ritual findet statt; endet kurz danach
3 Gärtner zwei Boote, kein Händlerschiff, Hauptmann Schomnek („Steine“, „versenken“); endet mit der Flutwelle
4 Zerstörung ein Boot, nasse und zerstörte Insel, Kampfgeräusche; endete mit Qualishas Rettung

Die Schleifen folgten in zufälliger Reihenfolge aufeinander.

Die Teile der Träne

In der Gärtner-Schleife belauschte Ionis den Wachhauptmann, als dieser befahl, eine Leiche – wohl die aus dem Ritual – zu verstecken und zu versenken. Thanos legte sich im Turm mit Schomnek an und wurde widerrechtlich verhaftet. Thorgrim fand in einer Art Bibliothek heraus, dass vor drei Monaten die „Syberia“ mit vier Leuten und viel Gepäck gekommen war, wohl der Blütenzirkel, und dass vor fünf Tagen die „Pfauenstolz“ unter Admiral Tahed Wasserlöwe Richtung Ioria abgelegt hatte; dann wurde auch er abgeführt. Ionis fand derweil die Träne der Meere, doch bei der Untersuchung erschien ein kleineres Wasserwesen, und die Sache endete tödlich. Die Träne aber steckte in Ionis’ Unterhose, als die Welle kam.

In der Zerstörungs-Schleife hatte die Gruppe keine frischen Kräfte, aber noch die Träne. Kisgir und ein Arbeiter lebten gerade noch und bestätigten, dass sie die Essenz des Wesens enthalten hatte. Als Elementarwesen auftauchten, versuchte die Gruppe vergeblich, die Träne zu zerstören. Thorgrim erhielt von Kisgir eine Kette, Ionis steckte die Träne ein – dann kam die Gruppe ums Leben.

In der Brise-Schleife waren Kräfte und Artefakte zurück, Kisgirs Kette aber fort. Die Untersuchung ergab, dass ein Teil des Wesens im Artefakt gebunden war – doch nur ein Viertel des Ganzen. Musste die Gruppe aus jeder Schleife die Träne holen, um das Elementar zu befreien? Als Abgesandte des Generals fand sie Qualisha mit Kisgir und Tuskal. Qualisha zeigte die Träne, Ionis ließ die Lage eskalieren, und im Kampf eroberte die Gruppe das Stück, floh zum Boot und ruderte aus der Schleife hinaus.

In der Zerstörungs-Schleife zogen sich die beiden Tränen gegenseitig an und verschmolzen; das Artefakt war nun zur Hälfte vollständig. An der abgebrochenen Turmspitze ging der erste Versuch beim schwimmenden Rochen gründlich schief, beim zweiten erbeutete Thorgrim in letzter Sekunde die Träne, die wohl Qualisha bei sich hatte. Zurück am Strand, vermutlich in der Ritual-Schleife, war das Artefakt zu drei Vierteln vollständig.

Für den letzten Durchlauf behauptete die Gruppe, sie müsse die Träne vor dem Ritual untersuchen, um Fehler zu vermeiden. Qualisha und Duzahd kauften ihr das ab. Im Ritualraum zogen sich die Tränen an, Ionis verschmolz sie, es kam zum Kampf – und nach einiger Zeit fiel die Gruppe aus ungeklärtem Grund aus der Schleife.

Die Befreiung des Elementars

Am Strand hielt die Gruppe die vollständige Träne in Händen. In ihr war die Essenz eines Geistes eingesperrt, doch sie war nicht mehr so stabil. Thorgrim zerstörte sie, und Wasser trat aus. Alles hielt an und stand still, doch die Schleife ließ die Gruppe nicht los.

Aus dem Meer erschien das Elementar, sehr, sehr mächtig. Als Lohn willigte es ein, die Gruppe freizulassen. Thorgrim debattierte noch mit ihm, ob auch die anderen Seelen aus ihrer „Strafe“ entlassen würden, und das Wesen stimmte halb zu.

Dann saß die Gruppe im Ruderboot, und alles wirkte wieder „echter“. Geschafft! Thorgrim fand bei sich ein Restteil der Träne, das weiterhin Magie wirken konnte, und Thanos nahm es an sich. Zurück an Bord bestätigte sich: Sie waren tatsächlich bei den Nebelinseln, weit vom Kurs abgekommen.

Belohnungen
  • Freilassung aus der Schleife durch das befreite Elementar
  • Ein Restteil der Träne der Meere, der weiterhin Wasser schleudern und formen kann; von Thorgrim gefunden, von Thanos verwahrt
  • Kisgirs Kette für Thorgrim, die mit der nächsten Schleife wieder verschwand
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