Abenteuer 15
Kloster der letzten Wahrheit
Nach der Rückkehr aus Tar-Shalaaf sollte Thanos im Auftrag seines Ordens einen Brief ungeöffnet im Kloster der letzten Wahrheit in der südlichen Flammensenke abliefern. Unterwegs stieß die Gruppe auf zwei Schüler des Magiers Mordzak, die einander bekämpft hatten, und für Abt Lunorabi führte sie am Tiefschwarzen Schlund ein Experiment mit magisch geladenen Steinen durch; dafür erhielt sie die erbetene Buchabschrift für den Nuumer Orden. Zurück in Abshaanbir übergab Quamal ihr das gesuchte Buch – vier der sieben Gegenstände waren damit beisammen.
Schlüsselmomente
- 1
Die Geheimnachricht
UrakhaleThanos erhielt vom Orden den Auftrag, einen Brief ungeöffnet im Kloster der letzten Wahrheit abzuliefern.
- 2
Mordzaks Schüler
FlammensenkeUnterwegs fand die Gruppe einen verbrannten Alb und einen sterbenden Gnom mit demselben Brandmal; Thorgrim gab dem Gnom den Gnadenstoß.
- 3
Die Vanublüte
Kloster der letzten WahrheitVor dem verschlossenen Kloster erschien eine Blüte wie aus Feuer; Thorgrim schnitt sie ab, und Abt Lunorabi öffnete das Tor.
- 4
Das Experiment am Schlund
Tiefschwarzer SchlundDie Gruppe warf fünf magische Steine in den Schlund und schlug eine Meute Flammenhunde zurück; beim letzten Stein schoss ein Feuerball heraus.
- 5
Das Buch
AbshaanbirQuamal übergab der Gruppe ein uraltes Buch mit leeren Seiten – den vierten der sieben gesuchten Gegenstände.
Rückkehr aus der Flammensenke
Die Gruppe verließ den Vulkan – allerdings nicht denselben, in den sie einst hineingegangen war, denn das Portal hatte sie ja in die Feenwelt geführt. Kharn schien langsam wieder zu sich zu kommen; der magische Bann löste sich. Die geretteten Expeditionsteilnehmer waren halbwegs am Leben und mussten sich sofort Thorgrims Predigt anhören, alles sei nur durch Kashroks Gunst gelungen. Thanos kommentierte das mit „jedem das Seine“.
In der Wüste jenseits der Flammensenke fühlte sich Kharn sichtlich wohl. In Urakhale ging die ehemalige Expedition zum Haus Ganau, die Gruppe zu Quamals Handelshaus, von wo sie Quamal per Brief ihren Erfolg meldete. Lange bleiben wollte sie nicht: Die Stadt hatte keinen guten Ruf, und für ihren Artefaktlohn mussten die Gefährten ohnehin zurück nach Abshaanbir.
Die Geheimnachricht
Da erhielt Thanos eine Geheimnachricht des Ordens: Er solle einen Brief im Kloster der letzten Wahrheit abliefern, ohne hineinzusehen. „Schatten hinter Schatten“, dachte sich Thanos.
Das Kloster lag in der südlichen Flammensenke, auf einer Hochebene, die nicht voller Vulkane war, aber ihre eigenen Gefahren und wohl auch einige Wesen barg. Es galt als Hort des Wissens, zugleich aber als gefährlich und für seltsame Praktiken bekannt. Kharn war noch nie dort gewesen, kannte aber die Gegend und konnte führen.
Thanos brachte zudem einen der Expeditionsteilnehmer dazu, einen schriftlichen Bericht über Tar-Shalaaf anzufertigen. Nach einigem Überreden tat er es – und zumindest passierte nicht unmittelbar etwas, was Thanos interessant fand.
Aufbruch zum Kloster
Auf Kharns Rat kaufte die Gruppe Kleidung gegen die Vulkanasche, Wasser, Verpflegung und einen Heiltrank – Heiltränke waren Thanos zu teuer, vielleicht müsse er mit Nuum einmal über eine Großbestellung sprechen. Fünf angenehme Tage ging es nach Südwesten durch Farukan; in den nun stärker befestigten Dörfern füllten sie ihre Vorräte zu lächerlich überhöhten Preisen auf, die Thanos immerhin etwas drücken konnte. Dann ging es zurück in die Senke, vorbei an einem großen, unbewohnt wirkenden Salzsee, in immer dunklere, aschigere Gegenden; noch vor ihnen lagen die Aschenscharten, eine wohl vollständig verbrannte Gegend. Weiteren Leuten seines Volkes, meinte Kharn, sollten sie besser nicht begegnen – die reagierten oft sehr unfreundlich.
Nachts sah Gerin in der Ferne Lagerfeuer – laut Kharn entweder kleine Feuererscheinungen oder Wesen, die ihnen womöglich folgten. Er mahnte zur Eile.
Der Alb und der Gnom
Thanos bemerkte magische Interferenzen – hier war gerade gezaubert worden. Seltsamer Nebel oder Rauch zog auf, und in einiger Entfernung lag ein verbrannter Alb, erst vor Kurzem gestorben, der Körper über und über mit arkanen Symbolen bedeckt. Auf seiner Brust fand Thanos ein recht frisches Brandmal, vielleicht ein Buchstabe, den weder er noch Kharn lesen konnte.
Auf dem Weg zum Nachtlager fand Thorgrim ein Zelt, aus dem seltsames Husten und wahnsinniges Lachen drangen. Darin lag ein kleines, humanoides Wesen, schwer verletzt. Es wollte die Gruppe zuerst mit einem Flammenkegel angreifen – für Thanos ein interessanter, tatsächlich recht starker Zauber –, hielt ihn dann aber zurück. Während Thorgrim und Thanos zu vermitteln versuchten, verlor Kharn die Geduld und schoss einen Pfeil ab. Dank Thanos’ Heilkunst kam der Sterbende noch einmal zu sich und sagte:
Ich habe gewonnen, der Meister wird stolz auf mich sein.
Kharn zeigte wenig Mitleid; Thanos hielt ihn für einen eher hartherzigen Gefährten. Bei dem Gnom lag ein Buch über eine magische Schule in einer Sprache, die Thanos nicht kannte. In der Nacht wachte der Gnom noch einmal auf: Er hatte den Alb besiegt, wohl im Auftrag dieses ominösen „Meisters“, doch geistig war er nicht mehr ganz da. Thorgrim gab ihm den Gnadenstoß. Auf der Brust trug der Gnom dasselbe Brandmal wie der Alb; laut Kharn hatte es irgendetwas mit „Schreiben“ zu tun. Eine Verbindung zum Kloster?
Ankunft am Kloster
Zwei Tage später war die Luft so schlecht, dass die Gefährten vollständig vermummt reisten, und am Horizont erhob sich die massive Wand einer Hochebene. Nachts sah Thorgrim Flammen in der Ferne, die ihnen offenbar folgten. In der Steilwand der Hochebene sollte das Kloster liegen. Auf Thorgrims Hinweis, den Thanos „erstaunlich schlau“ fand, gingen sie nach Süden und fanden tatsächlich Gebäude in der Wand und Wege hinauf – ein imposanter, teils sehr alter Bau.
Nach beschwerlichem Aufstieg in großer Hitze standen sie im Klostergelände, doch niemand öffnete. Thanos spürte starke magische Schwingungen und fühlte sich nicht willkommen. Gerin wollte über die fünfzehn Fuß hohe Mauer springen, fand keinen Halt und stürzte ab – zum Glück etwas magisch abgefedert, begleitet von einem Donnerknall, der allen in den Ohren klingelte. Thanos schob den Brief schließlich unter dem Tor hindurch. Die Gruppe beschloss zu gehen, obwohl Kharn und Thorgrim lieber geblieben wären – zumal Gerin sagte, sein Dämonenmal mache ihm Probleme. Noch ein schlechtes Omen.
Die Vanublüte
Gerade als sie gingen, manifestierte sich viel Magie, und vor ihnen erschien eine „Vanublüte“: laut Kharn eine sehr seltene Pflanze mit Blüten wie Feuer, die in der Hand würdiger Personen auch helfen kann. Thorgrim ging interessiert hin und schnitt sie ab. Er wirkte glücklich, und die Pflanze brannte weiter.
Abt Lunorabi
Als sie das Plateau verlassen wollten, öffnete sich das Tor. Heraus trat ein sehr alter Mensch mit freundlichem Gesichtsausdruck: Lunorabi, der Abt des Klosters. Er interessierte sich sehr für Thorgrim und seine Blüte, wollte sie aber selbst nicht anfassen, und bestätigte, den Brief erhalten zu haben. Nach einigem Zögern folgte die Gruppe ihm hinein, um zumindest einmal hineinzuschauen.
Rund drei Dutzend Mönche lebten hier, obwohl das Areal deutlich größer war. Schon einmal sei ein Nuumer Kollege hier gewesen, erzählte der Abt: Veliran Tryp. Thanos fand das einen bemerkenswerten Zufall und merkte an, dieser werde nicht mehr wiederkommen – dafür habe die Gruppe gesorgt. Der Brief aus Nuum fragte offenbar nach einem seltsamen Werk zu einem ähnlichen Thema, und der Abt wollte erst nachsehen, denn die Mönche verliehen ungern.
Der Alb und der Gnom, erklärte er, seien Schüler von Mordzak gewesen, einem wohl verrückten Magier der Flammensenke, der sehr brutal ausbildet und immer nur einen einzigen Schüler aufnimmt – weshalb die Anwärter gegeneinander kämpfen, manchmal sogar im Kloster. Am nächsten Morgen sagte der Abt zu, das Buch in zwei bis drei Tagen zu kopieren. Es handle wohl von Chimären, also Zwitter-Golems – ein heikles Thema, das Thanos nicht offen mit sich herumtragen wollte.
Der Gefallen
Für die Wartezeit bat der Abt um einen Gefallen: Die Gruppe solle zum nahen Tiefschwarzen Schlund gehen, vielleicht der Ausgangspunkt der Flammensenke – der Ort, an dem Varnus’ Zorn zuerst zugeschlagen habe. Dort solle sie mehrere Steine, in die Zauber gelegt worden waren, einzeln hineinwerfen, jeweils fünf Minuten warten und protokollieren, was geschah. Das klang nicht ungefährlich, aber die Gruppe brauchte einen Gefallen. Sie fragte noch nach dem Dämon bzw. Elementar und Gerins Pakt, Thorgrim nach einem Schmiedethema, irgendetwas mit Seelen; der Abt versprach, sich darum zu kümmern.
Zum Tiefschwarzen Schlund
Die Einöde war trostlos und sehr heiß. Bei einer Rast erfuhr Thorgrim, dass Kharn die Flammensenke noch nie verlassen hatte und weder das Meer noch Eis kannte. Die Flammen in der Ferne zeigten sich nun sogar bei Tageslicht. Dann kam eine schwarze Fläche voller Asche in Sicht, in deren Zentrum ein Loch klaffte, das aussah wie geschmolzenes Glas.
Gerin sprang einfach hinunter – Thanos hielt ihn für wirklich verrückt –, Thanos levitierte, Kharn kletterte gekonnt, Thorgrim nahm ein Seil zu Hilfe. Unten herrschte eine beeindruckende Atmosphäre, vielleicht wirklich der Zorn eines Gottes, doch magische Aktivität spürte Thanos nicht.
Das Experiment
- Erster Stein (gelb): Gerin warf ihn hinein, Thanos zählte bis 600. Nichts zu hören, nichts geschah.
- Zweiter Stein (rot): Ein paar Geräusche – aber nur, weil Gerin ihn gegen die Wand geworfen hatte. Wieder nichts.
- Zwischenfall: Kharn meldete eine „sengende Meute“: Sieben Flammenhunde kamen den Abhang herunter. Mit einiger Mühe besiegte die Gruppe sie; Gerin lag einmal am Boden, und Thanos steckte einiges ein, denn die Hunde wussten leider, wer gefährlich war.
- Dritter Stein (schwarz): Nach 30 Sekunden ein lauter Knall, doch Gerin sah nichts.
- Vierter Stein (rot): Nach 600 Sekunden war nichts passiert.
- Fünfter Stein (blau): Zunächst wieder nichts, und Thanos klappte sein Buch schon zu. Da vibrierte plötzlich der Boden, und ein Feuerball schoss aus dem Loch. Danach hörte das Vibrieren auf.
Thanos hielt das Experiment für erfolgreich; die Mönche dürften zufrieden sein. Nach einer Übernachtung kehrte die Gruppe ins Kloster zurück und übergab ihre Aufzeichnungen an einen, wie Thanos es nannte, „weiteren zufriedenen Kunden“.
Der Lohn des Klosters
Der Abt gab der Gruppe eine seltsame, verschlüsselte Notiz zu den Elementaren, und Thorgrim erhielt eine Schrift über beseelte Gegenstände – leider in unverständlicher Runenschrift. Zum Dämonenpakt wollten die Mönche noch einmal nachsehen. Sie heilten Thanos, und wie vereinbart erhielt die Gruppe die Abschrift für den Nuumer Orden – ein guter Erfolg.
Zurück nach Abshaanbir
Kharn schloss sich der Gruppe an – er wollte sich dieses „Meer“ einmal ansehen. Sobald sie wieder in der Zivilisation waren, schickte Thanos dem Orden eine Nachricht, und nach rund drei Wochen entspannter Reise erreichten sie Abshaanbir. Dort führte sie Omar, laut Thorgrim deutlich gereift, zu Quamal, bei dem sie auch wohnen konnten. Sie berichteten von ihrer Expedition, so gut es eben ging, und ließen ihm ihre Schätze zum Schätzen da: Für die Masken kannte Quamal jemanden, an der Flöte hatte er selbst Interesse, und den Vogel fand er sehr interessant.
Dann gab Quamal ihnen ein Buch, sehr alt, mit Holzeinband und leeren Seiten – offenbar das gesuchte Artefakt. Thanos erkannte darin wieder alte feeische Magie. Damit waren vier der sieben Gegenstände beisammen; es fehlten noch Messer, Kolben und Pfeile. Der Orden würde sehr erfreut sein.
Belohnungen
- Abschrift des erbetenen Buches über Chimären bzw. Zwitter-Golems für den Nuumer Orden
- Eine verschlüsselte Notiz zu den Elementaren
- Eine Schrift über beseelte Gegenstände in Runenschrift für Thorgrim
- Die Vanublüte für Thorgrim
- Das Buch aus Quamals Besitz, der vierte der sieben gesuchten Gegenstände