Zum Inhalt springen
Lorakis-Chronik
Szene aus „Die Galgenballade“
← Chronik

Abenteuer 17

Die Galgenballade

Nach dem Desaster auf der Burg der Orburs erreichte Thanos eine Botschaft von Ionis: Der Barde saß in Fedir im Gefängnis, weil er das Haus der Familie Schapuh niedergebrannt hatte – überzeugt, im Auftrag der Götter gegen die Elementare und ihre Helfer zu kämpfen. Bei seinem „letzten Auftritt“ im „Rostigen Kopesh“ befreite ihn die Gruppe mit Trugbild, Nebel und dem Schlüssel; in Sicherheit gestand Ionis, am Steinaltar Iben bin Kaldum getötet und so das Luftelementar freigesetzt zu haben.

Schlüsselmomente

  1. 1

    Eine Botschaft von Ionis

    Burg der Orburs

    Während die Gruppe die Überlebenden der Burg zum Shahir begleitete, empfing Thanos eine Nachricht von Ionis: ein brennendes Haus, eine Gefängniszelle und die Worte „Fedir, ein letzter Auftritt“.

  2. 2

    Die Spur zum Rostigen Kopesh

    Fedir

    Über ein Lied auf dem Pfauenmarkt stieß Thorgrim auf die Taverne, in der Ionis vor dem Brand am Haus der Schapuhs aufgetreten war.

  3. 3

    Besuch im Gefängnis

    Fedir

    Als Erbgraf ausgegeben sprach Thanos mit dem abgemagerten Ionis, der sich fanatisch im Auftrag der Götter gegen die Elementare sah.

  4. 4

    Der letzte Auftritt

    Zum rostigen Kopesh

    Mit einem Trugbild, magischem Nebel und Gerins Ansturm holten die Gefährten Ionis von der Bühne und entkamen mit dem Schlüssel.

  5. 5

    Ionis' Geständnis

    Zum großen Schluck

    In einem Wirtshaus nahe der Schattenwand gestand Ionis, am Steinaltar Iben bin Kaldum getötet und damit das Luftelementar freigesetzt zu haben.

Eine Botschaft aus dem Gefängnis

Nach dem unglücklichen Ausgang auf der Burg der Orburs musste die Gruppe ihren Umgang mit dem Elementarproblem gründlich überdenken. Thanos wollte so schnell wie möglich seinen Orden benachrichtigen; ihn ließ das Gefühl nicht los, dass die Gefährten insgesamt keine gute Rolle gespielt hatten.

Während sie die Überlebenden zum Shahir begleiteten, empfing Thanos eine Nachricht von Ionis – er lebte also noch. Thanos sah ein brennendes Gebäude in einer Stadt, vielleicht ein großes Handelshaus, dazu eine kleine Gefängniszelle und die Worte:

„Fedir, ein letzter Auftritt“

Sobald die Verstärkung des Shahirs eingetroffen war, wünschten die Gefährten den Überlebenden viel Glück und brachen auf.

Ankunft in Fedir

Der Weg führte nach Fedir, einer der ältesten Städte Farukans. Unterwegs versuchte Thanos immer wieder, Ionis über das Amulett zu erreichen, erhielt aber keine Antwort. Nach drei Wochen erreichten sie die Stadt: eine angeblich magische, blühende Metropole voller Handel, überragt vom Mondsteinpalast, in dem der altehrwürdige Shahir Aleul der Fromme residierte. Fedir war allerdings auch für seine strenge Rechtsprechung und seine harten Gefängnisse bekannt – keine gute Ausgangslage. Mehrmals am Tag ertönte ein Glockenschlag, und alle fielen auf die Knie, um der Vorfahren zu gedenken. Eine Art Priesterschaft wachte darüber, auch bei Gästen.

Thanos hörte sich um: Das Haus der Familie Schapuh war drei bis vier Wochen zuvor bis auf die Grundmauern abgebrannt, die Nachbarhäuser waren wie durch ein Wunder unversehrt geblieben. Der Verdächtige klang ganz nach Ionis. Thorgrim stieß durch ein Lied auf dem Pfauenmarkt auf die nächste Spur: Ionis war in einer Taverne namens „Zum rostigen Kopesh“ aufgetreten. Die Schapuhs hatten die Stadt vollständig verlassen, niemand wusste wohin; bei dem Brand hatte es wohl auch Opfer gegeben. Auf der Ahnenstele vor dem Haus stand nur ein einziger Name: Marra bit Schapuh, der längst verstorbene Gründer des Hauses.

Im „Rostigen Kopesh“

Harabi, Wirt und Eigentümer, führte ein riesiges Wirtshaus für alle Schichten mit mehreren Bühnen. Ionis war hier oft und sehr erfolgreich aufgetreten. Nach seinem letzten Auftritt – Titel: „Feuer und Flamme“ – sei er jedoch mit großem Gefolge direkt zum Haus der Schapuhs gezogen und habe es angezündet. Wie, wusste niemand, aber es sei sehr schnell gegangen. Harabi schien ihm nicht allzu böse zu sein; er hatte vor allem sein Geschäft im Blick. Ionis’ letzter Wunsch, noch einmal im Kopesh aufzutreten, war bereits bewilligt, und der Wirt freute sich sichtlich darauf.

Über die Schapuhs fand die Gruppe wenig heraus: Sie handelten im Im- und Export, vor allem mit Wein, und waren für Fedirer Verhältnisse recht frisch aufgestiegen – erst vor etwa 200 Jahren waren sie hergekommen. Unter der Stadt lagen große Katakomben, eine frühere Inkarnation Fedirs.

Besuch im Gefängnis

Thanos gab sich wieder als Erbgraf aus und durfte Ionis tatsächlich im Gefängnis sprechen, wenn auch unter Bannmagie. Ionis wirkte abgemagert und ungepflegt. Nach der Freisetzung des Windelementars, sagte er, habe er erkannt, dass nur noch eines zähle: die Elementare aufzuhalten, koste es, was es wolle. Er sehe sich im Auftrag der Götter – aller guten Götter – und setze dafür die „reinigende Flamme“ ein. Die Familie habe den Elementaren geholfen und verdiene den Tod. Befreie man ihn, würde er mitkommen, aber weiter seiner „Queste“ folgen.

Auf Thanos wirkte er klar, aber fanatisch – und das passte so gar nicht zu dem Ionis von früher. Die Gefährten sahen drei Möglichkeiten: Die Götter führten ihn tatsächlich auf sehr direkte und radikale Weise; er glaubte, den Göttern zu folgen, wurde aber von etwas Bösem gesteuert, vielleicht von den Elementaren; oder er war schlicht verrückt geworden.

Katakomben und Zweifel

Die Nachforschungen brachten kaum Klarheit. Weder über Thanos’ Bekannten Kairo, einen Alteingesessenen, noch über ehemalige Bedienstete der Schapuhs ließ sich klären, ob an der Familie etwas faul war. Thorgrim bezweifelte, dass so etwas eine Götterqueste sein könne, und die Tempel der Stadt halfen nicht recht weiter. Sie verwiesen die Gruppe aber an Nilan.

Nilan, ein etwas verrückter Mann vor den Toren der Stadt, hielt sich für den eigentlichen Satrapen. Er verkaufte den Gefährten eine Karte mit dem Weg durch die Katakomben zum Gefängnis und bemerkte augenzwinkernd, der Weg sei sehr gefährlich, und hinkommen werde man dort ohnehin nicht. Eine erste Expedition brach die Gruppe nach einiger Zeit ab. Am Abend beobachtete sie, wie eine der reichen Gestalten aus dem guten Café heimlich Nilan aufsuchte; er schickte die Person unverrichteter Dinge fort, verriet aber nicht, was sie gewollt hatte.

Eine Befreiung aus dem Gefängnis erschien zu riskant. Niemand wusste, wo Ionis’ Zelle lag oder wie sie bewacht wurde, Thorgrim wollte keine Unschuldigen verletzen – Thanos fand das weniger schlimm („wer ist schon wirklich unschuldig“) –, und Ionis zeigte keine Reue. Womöglich würde er nach einer Flucht gleich das nächste Haus anzünden. Nach langer Debatte beschloss die Gruppe, den letzten Auftritt abzuwarten.

Vorbereitungen

Thorgrim gab zu bedenken, dass Ionis eigentlich keine Magie mehr wirken könne, wenn er nicht wirklich im Auftrag der Götter handle – darauf sollten sie achten. Von Harabi erfuhren sie, dass Ionis bei einem Auftritt Illusionsmagie genutzt und auch in der Nacht vor dem Feuer gezaubert hatte, alles Magie, wie man sie von ihm kannte. Thanos ließ im Silbermond, einem gehobenen Club, verbreiten, die Gruppe suche Bedienstete; vielleicht meldete sich jemand, der früher für die Schapuhs gearbeitet hatte.

Die Gefährten kundschafteten das Wirtshaus genau aus und fassten einen groben Plan: Gerin im Ansturm, der Schlüssel als Fluchtweg und dazu eine Schriftrolle, die Nebel herbeiruft – als Ablenkung.

Der letzte Auftritt

Die Bewerber waren leider nichts wert, die Idee trotzdem gut. Das Kopesh war schon recht voll, doch die Gruppe ergatterte noch einen Platz in der zweiten Reihe. Thanos wiegelte das Publikum auf, was besonders bei den weniger Reichen gut ankam – Ionis war offenbar beliebt. Er bemerkte auch, dass die Wachen auf der Bühne Amulette mit mächtiger Bann- und Heilmagie trugen. Der „Satrap“ Nilan raunte ihm zu:

„Wartet, bis er die Flamme bringt.“

Ionis erschien und sah, soweit es ging, gut aus. Die ersten Lieder brachten Stimmung, dann kam ein düsterer Feuer-Song – das Zeichen. Thanos gaukelte einem Armbrustschützen ein Trugbild vor; der schoss wie erhofft und traf seinen Kollegen. Eines der Amulette verletzte Thanos, doch jetzt gab es kein Zurück mehr: Er löste den Nebel aus, und Chaos brach los. Gerin sprang auf die Bühne, hinten schrie der Satrap irgendetwas, Krüge flogen. Es lief überraschend gut: Gerin brachte Ionis zur Tür, Thorgrim überzeugte die Wachen, dass es brenne, die verwirrte Wache machte Platz – und mit dem Schlüssel entkamen die Gefährten in den Raum. Von dort brachte Thanos alle in ein Wirtshaus näher an der Schattenwand, in dem sie zwei Wochen zuvor gewesen waren.

Ionis’ Geständnis

In Sicherheit erzählte Ionis, er habe herausgefunden, dass die Elementare zutiefst böse seien und Geheimbünde sie unterstützten. Seine Taten hielt er für gerechtfertigt; ärgerlich fand er nur den schlechten Abgang.

Dann offenbarte er, dass er seinen Pakt mit dem Elementar bereits eingelöst hatte: Am Steinaltar hatte er Iben bin Kaldum getötet und so das Luftelementar freigelassen. Starker Tobak. Künftig, versprach er, wolle er solche Eingebungen erst mit der Gruppe besprechen – Thanos hoffte es zumindest.

Ionis konnte auch beim Entschlüsseln des Textes aus dem Kloster der letzten Wahrheit helfen. Er hatte von einer Schriftrolle geträumt:

„Lasst alle Hoffnung fahren.“

Damit waren mindestens drei Elementare frei, und Gerin trug noch immer seinen Pakt. Die Gruppe musste helfen – hatte bisher aber auch viel Unheil angerichtet.

Esc

Tippe, um die ganze Chronik zu durchsuchen.