Abenteuer 20
Schatten im Wasser
Auf dem Weg zum Seealb Naarua gelangte die Gruppe in die Alchemistenstadt Karash, wo Thanos vergiftet wurde, ein Hauptmann der Stadtwache gegen die Gefährten vorging und der Kult „Auge der Macht“ immer extremer auftrat. Gerin erinnerte sich, in der Nacht des Paktes die Träne der Meere in der Kanalisation weitergegeben zu haben. Als unter der Zitadelle der Schwesternschaft der Ankh das Siegel eines uralten dunklen Wesens nachgab und die Stadt im Chaos versank, sicherte die Gruppe an der Seite von Schwester Nerea Falon drei Artefakte und erkaufte so Zeit.
Schlüsselmomente
- 1
Hinterhalt auf der Straße
TermarkDie Gruppe stieß auf einen überfallenen Händlertross; nur Agur überlebte, und der Anführer der Wegelagerer, Boris, brachte sich vor dem Verhör um.
- 2
Überfall im Badehaus
KarashKaum in Karash angekommen, schlug die Gruppe im Badehaus vier Bewaffnete um einen gewissen Korruptus zurück.
- 3
Thanos vergiftet
KarashNach einer Nacht im Roten Taler wurde Thanos ohnmächtig gebracht, vermutlich mit Kobiusblüte vergiftet; der herbeigeholte Dr. Leb wurde auf dem Weg erschossen.
- 4
Fast verhaftet
KarashHauptmann Argun – Korruptus – wollte die Gruppe als Anführer der Aufrührer verhaften; Hauptmann Berbuch verhinderte es.
- 5
Ionis' Vision
Roter TalerNach einem Getränk des Alchemisten Roschar Ulgos wollte Ionis plötzlich alles niederbrennen und sprach mit einem Raben.
- 6
Das Siegel unter der Zitadelle
KarashIm ältesten Teil der Kanalisation kämpfte die Gruppe mit Schwester Nerea Falon gegen ein uraltes dunkles Wesen und sicherte drei Artefakte.
Sitzung 1
Als bester Gelehrter für die Prophezeiung der Elementare galt der Seealb Naarua, der bei der Termark an der Kreuzung der Flüsse Ivar und Arkenir lebt. Er ist Gnomen abgeneigt – Thanos sollte also lieber nicht mit ihm sprechen. Die Straßen gen Ivar waren in sehr schlechtem Zustand, die Termark wild und gefährlich; je nach Wetter würde die Reise ein bis zwei Wochen dauern.
Die Gruppe besorgte Proviant, einen Esel und Wegweiser und verabschiedete sich von den Afali und vom Rat. Unterwegs begegneten ihr nur bewaffnete Reisende, die sich alle sehr unfreundlich verhielten. Am zweiten Tag trafen sie eine verängstigte Familie – Ara und Peter mit zwei Kindern –, deren Farm von Orks zerstört worden war und die zu Verwandten wollte. Die Gefährten gaben ihnen den Esel für ihren Karren und einiges von ihrem Essen, und Ionis heilte die Krankheit der Mutter.
An der Flusskreuzung sollte Karash liegen, die Stadt der Alchemisten. Deren Arbeit erzeugt üble Nebel und Dämpfe mit fiesen Nebenwirkungen, die meist in Richtung der verwunschenen Sümpfe ziehen. Einige Tage später stieß die Gruppe auf einen Überfall auf mehrere Wagen, offenbar einen Hinterhalt. Einziger Überlebender des Händlertrosses war der Mitreisende Agur. Die Wegelagerer folgten einem gewissen Boris, der sich umbrachte, bevor man ihn befragen konnte.
Sitzung 2
Agur erzählte von der Schwesternschaft der Ankh in Karash, dem Orden der Ankh: Sie steht für Vergebung und Wiedergutmachung und kümmert sich auch um die Rehabilitierung von Gefangenen. Die Gruppe nahm die Angreifer gefangen, um sie nach Karash zu bringen; Boris’ Rüstung und Waffe waren auffallend hochwertig gearbeitet. Regen und alchemistischer Nebel setzten allen zu, die Gefangenen verhielten sich kooperativ. Nachts sah Thorgrim Gestalten in der Umgebung, doch was es war, ließ sich nicht klären.
Am Stadttor von Karash gab es strenge Kontrollen. Die missmutige Wache holte Schwester Nerea Falon vom Orden der Ankh. Die Gefährten kehrten in ein Gasthaus ein und gingen anschließend ins Badehaus – wo plötzlich vier Bewaffnete auftauchten. Einer von ihnen stellte sich als Korruptus vor. Die Gruppe schlug sie schnell zurück.
Sitzung 3
Im Gasthaus tauchte Agur wieder auf und plauderte nett, doch Ionis wurde misstrauisch. Thanos wollte abends noch in den Roten Taler, eine zwielichtige Taverne, und kehrte nicht zurück. Gerin schlief auf der Nachtwache ein. Am Morgen weckten laute Rufe auf dem Flur alle: Thanos war mit einer Kutsche gebracht worden, ohnmächtig und in extrem schlechtem Zustand – vergiftet, meinte Ionis.
Gerin kam nur schwer zu sich, war völlig erschöpft und brabbelte, das Elementar habe ihn heimgesucht. Er lag mit Ausrüstung und nassen Stiefeln im Bett. Etwas Schlimmes war geschehen, doch er wusste nicht genau, was. Thorgrim holte Hilfe für Thanos: Dr. Leb. Auf dem Rückweg traf diesen ein Pfeil, und er erreichte das Gasthaus nicht lebend. Die Stadtwache mit Hauptmann Berbuch ermittelte, der Schütze blieb verschwunden. Eine herbeigeholte Schwester der Ankh segnete Thanos und brachte ihn für ein umfangreicheres Ritual in den Tempel.
Sitzung 4
Die Mutter des Ordens, Idoya da Silva, glaubte, Thanos helfen zu können, und wollte es mit einem aufwändigen Ritual versuchen. Die Gruppe spendete dem sehr hilfsbereiten Orden dafür. Über das Auge der Macht erfuhren die Gefährten: eine kultartige Gruppe von Ausländern, die sich in der Stadt angesiedelt hat, viel Ärger macht, oft mit der Stadtwache aneinandergerät und vom Untergang predigt – ohne klare Struktur und ohne feste Anlaufpunkte. Ihre Mitglieder malen sich oft Augen auf die Stirn. Ein Prediger verkündete sinngemäß:
Der Untergang kommt, aber das ist Befreiung von den Fesseln, dem Käfig. Chaos soll herrschen. Die Elemente kommen: Feuer, Wasser, Erde, Luft; ein neues Zeitalter kommt.
Ein Marktschreier rief eine Ausgangssperre ab Sonnenuntergang aus, und viele machten dafür Titus Argun verantwortlich, den Anführer der Stadtwache. Bürgermeister war der recht angesehene Mentos Bedar; die Alchemistengilde unter Alguna de la Madre wurde um ihren Reichtum beneidet, weshalb man ihr alle möglichen Probleme zuschrieb.
Beim Frühstück wurde die Gruppe als Anführer der Aufrührer verhaftet, von einem Hauptmann Argun – in dem sie Korruptus wiedererkannte. Doch Hauptmann Berbuch setzte sich für sie ein, und Argun zog ab, nicht ohne auf seinen Onkel Titus Argun zu pochen. Berbuch hatte den Kutscher aufgetrieben: Thanos war allein eingestiegen und hatte schon da betrunken oder vergiftet gewirkt. Inhaber des Roten Talers war Morscha; dort traf sich die Elite der Stadt zu zwielichtigen Geschäften.
Die Fanatiker des Auges wurden immer extremer. Einer zündete sich nach seiner Rede mit alchemistischem Feuer selbst an, um zu seinem Meister zu gelangen. Die Gruppe rettete Orcuul vor einem Mob von Anhängern des Auges, die ihn von seiner Arbeit abhalten wollten: Er kümmerte sich um die Entwässerung, und sie wollten die Elemente nicht begrenzt sehen. Früher waren sie zu dritt gewesen, nun war Orcuul allein, und die Kanalisation verfiel immer weiter.
Sitzung 5
Ionis spielte im Roten Taler vor, sollte am Abend des folgenden Tages auftreten und erhielt einen Passierschein für die Ausgangssperre. Die Stimmung in der Stadt wurde immer gereizter, die Wache nahm mehr oder weniger wahllos Leute fest.
Als sich die Gruppe mit Orcuul vor dem Gasthaus traf, um in die Kanalisation hinabzusteigen, legte ein versteckter Schütze auf ihn an. Thorgrim warf sich dazwischen, und die Gefährten flohen mit Orcuul in die Tiefe. Sie fanden Spuren mehrerer Personen, trafen aber niemanden. Ein Teil der Kanäle unter der Zitadelle wurde direkt von der Schwesternschaft betreut. Durch eine Art Geheimgang brachte Orcuul sie direkt in ihre Taverne zurück.
Sitzung 6
Eine Schwester der Ankh brachte gute Nachricht: Thanos war auf dem Weg der Besserung. Vergiftet worden war er vermutlich mit Kobiusblüte – teuer, farblos, geschmacklos, erst Lähmung, dann Tod.
Im Roten Taler empfing Hannah die Gruppe; Sicherheit und Diskretion wurden großgeschrieben, viele wohlhabende Gäste waren da. Ionis legte mehrere hervorragende Auftritte hin. Gerin traf beim Glücksspiel einen Spielpartner von Thanos, der Geld an ihn verloren hatte; Thanos war danach noch an andere Tische weitergezogen. Bei einer Privatvorstellung überzeugte Ionis mit Geschichten über die Elementare, und Roschar Ulgos, ein stark beleibter, steinreicher Gnom und wichtiger Alchemist, bot ihm ein alchemistisches Getränk an. Danach wollte Ionis plötzlich alles niederbrennen und sprach mit einem Raben – offenbar eine Vision.
Morscha stritt ab, etwas über Thanos zu wissen. Beim Gehen sprach Bürgermeister Mentos Bedar, der auch Thanos zu kennen schien, die Gruppe noch einmal an: Roschar habe sich abfällig geäußert, Thanos habe Glück beim Spiel gehabt, das ihn dann aber schnell verlassen habe.
Sitzung 7
Gerin erinnerte sich endlich an die Nacht des Paktes: In der Kanalisation hatte er die Träne der Meere an jemanden weitergegeben. Eine Schwester brachte Nachricht, dass Thanos aufgewacht, aber noch sehr schwach war.
Da stürmte Orcuul in die Taverne: Das Wasser in der Kanalisation stieg rapide. Draußen herrschte Chaos, das aus der Stadtmitte zu kommen schien. Mit Orcuul stiegen die Gefährten hinab und suchten die Quelle, bis in den ganz alten Teil unter der Zitadelle der Schwestern. Auch dort herrschte Chaos: fliehende und tote Schwestern, Fanatiker des Auges der Macht. Ein Rabe führte die Gruppe.
Sie trafen Schwester Nerea Falon, die von ihrer Göttin beseelt schien und sie gegen ein uraltes dunkles Wesen anführte, das lange unter der Zitadelle eingesperrt gewesen war. Die Oberste des Ordens hatte einen Handel mit den Alchemisten geschlossen, und diese hatten Teile davon für Tränke abgeleitet. Das hatte das Siegel geschwächt; vor wenigen Tagen war es drastisch schlimmer geworden – durch die Träne?
Der Gruppe gelang es, drei Artefakte zu sichern und damit Zeit zu erkaufen. Thorgrim, Ionis und Schwester Falon wurden schwer verwundet; Ionis wurde gesegnet, die Schwester erhielt einen Heiltrank. Offen blieb die Frage, was mit der Träne der Meere geschehen würde.